Etwas staubig, aber mit ganz viel Charme

Die alter Sternwarte

Die alter Sternwarte. Foto: www.medienblick-bonn.de

Klein, gemütlich und verträumt – die alte Sternwarte. Kaum ein Institut der Bonner Universität liegt so versteckt wie das für Sprach- Medien- und Musikwissenschaft und kaum eines ist so klein wie dieses. Kennt man den Weg nicht, ist die Einfahrt an der Poppelsdorfer Allee leicht zu übersehen. Momentan können am Institut die Studiengänge „Medienwissenschaften/Media Studies“ (Master) und „Medienkommunikation“ (Bachelor, Begleitfach) studiert werden. Ein weiterer Hauptfach-Bachelorstudiengang ist in Planung und wird voraussichtlich im Wintersemester 2012/2013 eingeführt.

LeOnBonn hat Lisa Adrian und Sabina Petronic, zwei Studentinnen des Masters Medienwissenschaften, getroffen und wollte wissen, wie es ist, in der Sternwarte zu studieren und was das Institut für sie zu etwas Besonderem macht.

Seit wann studierst Du an der Sternwarte?

Lisa und Sabina vor der alten Sternwarte. Foto: MB

Lisa Adrian: Ich studiere hier seit dem Wintersemester 2007/08, allerdings mit ein paar Unterbrechungen wegen eines Auslandssemesters und einem Praxissemester. Damals habe ich mit dem Begleitfach Medienkommunikation begonnen. Im Wintersemester 2008/09 habe ich den Bachelorstudiengang „Kommunikationswissenschaften“ belegt und studiere jetzt im Master „Medienwissenschaften/Media Studies“.

Sabina Petronic: Ich studiere seit dem Wintersemester 2011/2012 hier in Bonn.
 Ich habe vorher in Passau Medien und Kommunikation studiert und wollte für mein Masterstudium gerne noch ein anderes Bundesland kennenlernen. Bonn hat viele Vorteile zu bieten: Die Stadt liegt sehr zentral, hat super Verkehrsanbindungen und absolut tolle Leute zu bieten. Man hat hier viele kulturelle Möglichkeiten und wenn man noch mehr möchte, dann ist man schnell in der Natur oder auch in Köln. Außerdem bezahlen wir hier keine Studiengebühren und können in ganz NRW umsonst mit Bus und Bahn fahren.

Was ist dir durch den Kopf gegangen, als Du die Sternwarte das erste Mal betreten hast?

Lisa: Anfangs kannte ich von der Uni Bonn nur das imposante Hauptgebäude. Als ich das erste Mal zur Sternwarte kam, dachte ich: Hier kann man studieren? Am Anfang des Studiums war ich der Meinung, die Medienwissenschaftler wären sicher in einem modernen Gebäude mit viel Technik und ohne viel Schnickschnack. Aber mir gefiel die Sternwarte direkt, gerade weil sie eher an ein Gemäuer aus einem Märchen erinnert und nicht an ein Unigebäude.

Sabina: Mir ist direkt durch den Kopf gegangen, dass die Sternwarte ganz schön ab vom Schuss ist. Allerdings sieht sie einfach niedlich aus mit dem Türmchen.

Was gefällt Dir an der Sternwarte besonders und was eher nicht?

Die Wendeltreppe im Inneren der alten Sternwarte. Foto: MB

Lisa: Ganz besonders gefällt mir die “staubige”, aber doch moderne Atmosphäre in der Sternwarte. Gleichzeitig vermittelt sie einem so ein heimisches Gefühl – ganz anders als im Hauptgebäude, in dem man sich gerade als Neuling sehr klein und teilweise  auch einfach erschlagen fühlt von der Architektur. Was mir nicht gefällt? Ganz klar, die Toiletten!

Sabina: Ich finde, die Wendeltreppe im Inneren ist etwas total Schickes. Nur das Zurecht-Finden in der Sternwarte ist vor allem am Anfang ziemlich kompliziert, denn es gibt nur wenige Wegweiser und Beschilderungen. Man fühlt sich aber gleich als Teil einer Mini-Familie, weil alles eben klein und nicht so Uni-typisch ist. Gerade im unteren Stockwerk wirkt einiges etwas baufällig, vor allem im Bereich bei den Toiletten.


Wie unterscheidet sich die Sternwarte Deiner Meinung nach von anderen Universitäts-Instituten?

Lisa: Die Sternwarte ist einfach nicht wie klassische Unigebäude, die man aus Geschichten oder aus eigener Erfahrung kennt. Sie ist weder das moderne Campus-Gebäude, der typische 70er Jahre Bunker oder die Jahrhunderte alte Residenz. Sie ist eben eine Sternwarte – das hat einfach ganz besonderen Charme.

Sabina: Sie wirkt etwas verzaubert, wie ein geheimer Ort, an dem geheime Theorien entwickelt werden das macht sie wenig Uni-typisch, sondern zu etwas Besonderem. Man kennt grundsätzlich auch jeden, weil alles so klein gehalten ist. Anders wie normale Institute erscheint die Sternwarte eben sowohl außen als auch innen nicht wie ein Institut, sondern vielmehr wie ein verwunschener Ort aus früheren Zeiten.

Was könnte an der Sternwarte noch verbessert werden?


Lisa: Ganz klar: Die Toiletten. Nach und nach könnte man sicher auch etwas die Technik aufrüsten und ansonsten einfach das schöne Gebäude erhalten und ihren Charme wahren.

Sabina: Ein neuer Anstrich und eine Modernisierung der Sternwarte würden einen frischeren Eindruck machen und die Besonderheit und den Charme des Instituts hervorheben. Auch die Ausschilderung zur und in der Sternwarte ist verbesserungswürdig.

Familiäre Atmosphäre im Uni-Alltag

Die Sternwarte – kein Institut wie jedes andere. Abseits vom Troubel im Hauptgebäude der Universität, finden die Studenten der Medien- und Kommunikationswissenschaft optimale Bedingungen zum Lernen und Lehren vor: Es herrscht eine familiäre Atmosphäre zwischen Studenten und Lehrenden, man kennt sich untereinander und das verträumte Gebäude versprüht einen unwiderstehlichen Charme. Studium und Wohlfühlen gehören und passen hier einfach zusammen.

Vielen Dank an Sabina und Lisa, die sich für ein Interview bereit erklärt und sich die Zeit genommen haben.

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