WG-Skill-Mix oder Drei-Musketier-Gemeinschaft

Was ist der Schlüssel zum perfekten WG-Leben?

Haare im Waschbecken, Essensreste im Kochtopf, dröhnender Bass bis spät in die Nacht und ständig schlechte Laune – den perfekten Mitbewohner zu finden, ist nicht leicht. So unterschiedlich die Ansprüche an ein Leben in der Wohngemeinschaft sind, so unterschiedlich sind auch die Mitbewohner-Qualitäten ihrer Mieter. Doch was macht den perfekten Mitbewohner aus? Wie lebt es sich in der perfekten WG und was sind absolute No-Goes? Drei Bonner WG-Erfahrene verraten Ihre Erfolgsrezepte:

Die perfekte Wohn-Symbiose 

Maike und Annika verkörpern den perfekten WG-Skill-Mix (Quelle: M.H.)

WG-Skill-Mix in Maikes WG (Quelle: M.H.)

Maike Hohlbaum ist 23 Jahre alt und hat ihre perfekte WG bereits gefunden: Sie wohnt gemeinsam mit ihrem Freund Sebastian und ihrer Kommilitonin Annika in der Bonner Altstadt. Ihr Erfolgsrezept: WG-Skill-Mix und Putzplan ergeben eine perfekte Wohn-Symbiose. Maike und Sebastian kochen beispielsweise leidenschaftlich gern, Annika hat ihre Vorliebe für das Abwaschen entdeckt und dank ausgefeiltem Putzplan lebt es sich nicht nur satt und gesund, sondern auch noch sauber. Doch genauso wichtig ist den Mitbewohnern, dass sie Freunde sind und keine reine Zweck-WG. Für Maike zeigt sich das perfekte WG-Leben vor allem am Wochenende: „Mit frischen Aufbackcroissants und Sechseinhalbminuten-Eiern zum Start in den Tag und lauter schönen Sachen wie Quatschen, Feiern und Tatort-Gucken ist das Wochenende in unserer WG immer wie ein Kurzurlaub.“

Einer für alle und alle für einen!

Grillen in der Musketier-WG (Quelle: L.A.)

Grillen auf dem Hinterhof: Ein perfekter WG-Nachmittag für Marcus (Quelle: L.A.)

Für Marcus Erberich zählen weniger ausgeklügelte Putz- und Kochpläne, sein Motto in punkto WG-Leben heißt: Einer für alle, alle für einen! „Das perfekte WG-Leben besteht darin, dass man sich gegenseitig in Ruhe lässt, wenn man Ruhe will, und dass man miteinander rumhängt, wenn man Gesellschaft will“, so der ehemalige Bonner Student. Ein absolutes No-Go ist für Marcus ein Mitbewohner, der sich per se aus dem WG-Leben heraushält. Mit seinen zwei besten Freunden Jeremy und Felix lebte er drei Jahre lang in Bonn seinen Traum von einem WG-Leben à  la „Die drei Musketiere“: „Wir haben viel zusammen unternommen, viel gefeiert, mit Freunden Fußball geschaut, auf dem Balkon gegrillt und Bierflaschen gesammelt. Und wenn es sein musste, dann war die Bude auch mal muxmäuschenstill, zum Beispiel, wenn Klausuren anstanden. Das war super.“ Mittlerweile ist Marcus in seine Heimat Aachen zurückgekehrt und derzeit auf der Suche nach einer neuen WG, denn ein Leben ohne Mitbewohner ist für ihn unvorstellbar.

Zweisamkeit statt Achter-WG

Ganz anders als Maike und Marcus erlebte es der 24-Jährige Student Hendrik Kuhn: Er hat sich nach einem Jahr Wohn-(Alp)Traum in einer Achter-WG nun seinen Traum von einer Zweier-Wohngemeinschaft mit seiner Freundin erfüllt. Als Neuling in Bonn gab es für Hendrik anfangs nichts Besseres als ein WG-Leben mit sieben Mitbewohnern: „Man war nie alleine, hatte immer jemanden zum quatschen und das erste Semester war eine einzige Party.“ Nach einem Jahr hatte er aber genug davon, nie alleine zu sein und ständig bis spät in die Nacht den lauten Bass von Mitbewohner „Eins“ und „Zwei“ zu hören oder die schlechte Laune von Mitbewohnerin „Fünf“. Sein Erfolgsrezept heißt heute: Zweisamkeit! „Zu zweit ist es sehr viel einfacher, auf die jeweiligen Ansprüche an ein perfektes WG-Leben einzugehen“, so Hendrik.

Auf jeden Topf passt auch ein Deckel…oder zwei…oder drei.

WG-Skill-Mix, Drei-Musketier-Gemeischaft oder Zweisamkeit – so unterschiedlich die Mitbewohner, so unterschiedlich sind auch die Erfolgsrezepte für ein perfektes WG-Leben. Den einen Schlüssel zum perfekten WG-Leben gibt es sicher nicht, doch Maike, Marcus und Hendrik sind sich sicher: „Auf jeden Topf passt auch ein Deckel…oder zwei oder drei…!“

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