Herr Schmitz-Hübsch und Boskoop

Zwischen den Großstädten Köln und Bonn liegt das Vorgebirge. Eine Fahrt mit der Bahnlinie 18 zeigt die verschiedenen Dörfer. Auf ca halber Strecke befindet sich das kleine Dorf Merten. Ein Blick aus dem Fenster der Bahn zeigt keinen schönen Anblick; zu sehen ist eine hohe, hässliche Mauer. Wohl schon so mancher hat sich gefragt, was es mit der ewig langen, trostlosen Mauer entlang vom Bahnhof bis hoch ins Dorf auf sich hat. Ein Blick hinter die Mauer verrät, dass sich dort riesige Apfelplantagen befinden. Diese Apfelplantagen gehören zu dem deutschlandweit ältesten Obstanbau-Betrieb namens Schmitz-Hübsch. http://www.schmitzhuebsch.de/ Von Herrn Otto Schmitz-Hübsch einst im Jahre 1896 gegründet, hat sich der Familienbetrieb zu einer erfolgreichen Firma entwickelt. Mit der Erfindung und Vermehrung des Apfels, namens Boskoop begann die Erfolgsserie des Obstanbaus. Heute verkauft Schmitz-Hübsch 11 verschiedene Sorten an Äpfeln, 2 verschiedene Arten an Birnen und im Sommer zusätzlich Süßkirchen. Weiterlesen

Der Heimat-Tourist

Ein Städtetrip. Vielleicht nach Berlin oder München?! Sightseeing, gutes Essen, entspannen in einem urigen Café und flirten in einer angesagten Diskothek. Immer wieder treibt uns unsere Neugierde in andere Orte. Ist es nicht fast jedes Mal so, dass man bei einem geplanten Städtetrip, die Stadt genau unter die Lupe nimmt?! So viel wie möglich aufnehmen will und die exklusivsten Orte besuchen möchte?! Zur Hilfe der aktuelle Stadtführer mit den besten Tipps und Trends. Nach nur wenigen Tagen kann man dann behaupten, die Stadt zu kennen. Weiterlesen

“Wenn die Kunst ein Spiegel der Zeit ist, so muss sie wahnsinnig sein”

Zwischen den Großstädten Köln und Bonn liegt die kleine, aber feine Stadt Brühl. Den meisten Menschen ist das Städtchen wohl bekannt durch den Freizeitpark Phantasialand. Täglich reisen mehrere hunderte Besucher an, um sich in dem Park zu amüsieren. Brühl hat jedoch viel mehr zu bieten, als nur einen Vergnügungspark. Denn neben zwei imposanten Schlössern namens Augustusburg und Falkenlust, hat Brühl auch noch die Ehre die Geburtsstadt des Künstlers Max Ernst zu sein.

Ein Zwischenstopp in Brühl lohnt sich allemal. Bereits am Bahnhofsausgang beginnt der Schlosspark mit einem schönen Blick auf die Augustusburg. Seitlich des Schlosses liegt die Max-Ernst Allee. Der Name verrät bereits, dass die Allee auf das Max Ernst Museum zuläuft. Das Gebäude des Museums steht mit seiner modernen Architektur im Kontrast zum barocken Schloss. Nach 4 Jahren Umbaumaßnahmen unter der Leitung der Kölner Architekten Thomas van den Valentyn und Seyed Mohammad Oreyzi entstand aus der klassizistischen Dreiflügelanlage eine Mischung aus Alt und Neu. Dazu kam ein Glaspavillon, der die Mitte des Gebäudes ausmacht. Das Museum befindet sich auf einer Art „schwebenden“ Bettonplateau. Die Mischung aus hohen weißen Wänden,  moderner Beleuchtung, vielen Glasfronten und antiken, breiten Holztreppen geben dem Museum ein ganz besonderes Flair. Belohnt wurde diese architektonische Leistung mit der Auszeichnung für „vorbildliches Bauwerk im Lande Nordrhein-Westfalen“.

Das Max-Ernst Museum wurde am 4.September 2005  eröffnet und ist das weltweit einzige Museum, welches den Werken Max Ernst gewidmet ist. Max Ernst (1891 – 1976) zählt zu einer der größten und einflussreichsten Dadaisten und Surrealisten. Nach seiner Kindheit in Brühl und dem Studium in Bonn zog es den Künstler in die Kunstmetropole Paris. Bereits wenige Jahre darauf flieht er vor dem Krieg und sucht sein Glück und Frieden in den USA. 1953 kehrt er zurück nach Paris und widmet sich wieder voll und ganz seiner Leidenschaft, der Kunst. Max Ernst als Maler, Bildhauer, Graphiker und Dichter ließ sich insbesondere von den Dingen des Alltags inspirieren. Vermischt mit seiner eigenen Phantasie, drücken seine Kunstwerke eine Art phantastische Traumwelt aus. Die Kunstwerke, die zum einen aus über 70 Skulpturen, Plastiken und unzähligen Gemälden bestehen und zum anderen mehrere Gedichte und Schriften zählen, sind in dem Museum zu betrachten. Als das „Herzstück“ der Ausstellung sind die 36 “D-paintings”, Geburtstags- und Liebesgeschenke von Max Ernst an seine Frau, die Künstlerin Dorothea Tanning anzusehen.

Das Museum bietet informationsreiche Führungen zum Leben Max Ernst und dessen Werke. Ein Besuch lohnt sich.

Wer ist eigentlich Heinrich Böll?

2 320 000 Treffer erscheinen bei Google unter dem Begriff „Heinrich Böll“. Dies sind sowohl  Seiten, die über das Leben und die Werke des Schriftstellers berichten als auch Seiten von unzähligen Stiftungen, Schulen und Organisatoren, die sich nach ihm benannt haben. Immer wieder ist zu lesen, dass Heinrich Böll in Vergessenheit geriet und nicht mehr aktuell ist, doch allein anhand dieser hohen Zahl wird deutlich wie wichtig und bedeutend Böll war und immer noch ist.

Heinrich Böll, geboren, aufgewachsen und gestorben im Rheinland, gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der Nachkriegszeit. „Schreiben wollte ich immer, versuchte es schon früh, fand aber die Worte erst später“ schrieb Böll einst über sich selbst. Nach einer behüteten Kindheit im Süden Kölns muss Böll wegen des Einzugs der deutschen Wehrmacht das Rheinland als junger Mann verlassen. Doch nicht lange und Böll gelingt es aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen zu werden. Er kehrt zurück nach Köln und startet ein Studium der Germanistik. Mit dem Beginn des Studiums beginnt auch das Schreiben. Bölls ersten Werke wie „Der Angriff“ oder „Der Zug war pünktlich“ sind durchzogen von Kriegs- und Gesellschaftsthemen. Den ersten literarischen Durchbruch schafft Böll im Jahr 1963, im Alter von 63 Jahren mit dem Roman „Ansichten eines Clowns“. Der Roman spielt in Bonn und thematisiert das Leben des Berufs-Clowns Hans Schnier. Böll übt in dem Roman deutliche Kritik an der katholischen Kirche und deren Verhalten vor dem Hitlerregime aus. Weiterhin sind die politischen und gesellschaftlichen Missstände in der Nachkriegszeit widergespiegelt. Im Jahr 1972  erschien ein weiterer umstrittener und heftig diskutierter Roman. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ . In diesem Roman verarbeitet Böll die menschenverachtenden Berichterstattungen der Boulevardpressen. Böll bezieht klar Stellung zur Berichterstattung der Bild-Zeitung, nennt den Namen der Bild-Zeitung jedoch nie präzise. Der Roman handelt von der jungen Katharina Blum, die durch die Verhetzung der Boulevardpresse von der Gesellschaft verstoßen und zur Mörderin wird. Bölls literarischen Leistungen wurden im gleichen Jahr, wie die Veröffentlich der „Verlorenen Ehre der Katharina Blum“ durch den Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Heinrich Böll, der antifaschistische, antimilitaristische Schriftsteller und katholische Kirchenkritiker war, ist und bleibt einer der wichtigsten Persönlichkeiten unserer Region.  Seit seinem Tod im Jahr 1985 wird in Köln der „Heinrich-Böll-Preis“ für „herausragende Leistung auf dem Gebiet der deutschen Literatur“ verliehen. Die Liebe und Gebundenheit zu seiner Heimatstadt vermerkte Böll mit bekennenden Worten: „Köln ist nicht perfekt, aber vollkommen, es ist vollkommen Köln“