Strichzeichnungen mit literarischem Anspruch. Warum der Graphic Novel mehr als ein Comic ist

Graphic Novel ist nicht nur ein schickeres Wort für den guten alten Comic vergangener Zeiten, es steht vielmehr für komplexe Erzählungen für anspruchsvolle Leser. Von lustig bis ernst bietet er Geschichten wie ein herkömmliches Buch, aber wie der Name schon sagt, eben mehr visuell als verbal. Weiterlesen

Klopoesie: Geschichten, die das stille Örtchen erzählt

Stille Örtchen im Hauptgebäude der Universität Bonn | Foto: Laura Degen

Der Besuch einer öffentlichen Toilette hält meist nur wenige angenehme Überraschungen für uns bereit. Üble Gerüche, der Schmutz zahlloser Besucher und grelles Neonlicht empfangen uns schon an der Eingangstür und lassen sich oft nur mit der Aussicht auf Erleichterung ertragen. Was muss, das muss… Mit ein wenig Glück können Besucher aber auch schöne Überraschungen entdecken: Klopoesie, das sind kleine Wortkunstwerke, die die stillen Örtchen zu einem etwas besseren Ort machen. Weiterlesen

Bonn literarisch, Teil II: Vom seltsamen Wesen Alraune und seinem Schöpfer Hanns Heinz Ewers

Bestseller und Bonn-Roman: Hanns Heinz Ewers’ „Alraune“ | Foto: Laura Degen

„Wie willst du leugnen, liebe Freundin, dass es Wesen gibt ‒ keine Menschen, keine Tiere ‒ seltsame Wesen, die aus der verruchten Lust absurder Gedanken entsprangen?“

Mit diesen Worten beginnt Hanns Heinz Ewers seinen skandal-trächtigen Roman „Alraune“. Das Buch aus dem Jahr 1911 brach Verkaufsrekorde, wurde in über 20 Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt – ein Bestseller seiner Zeit. Doch nicht nur das: „Alraune“ zählt auch zu den bedeutendsten Bonn-Romanen, die die Literatur hervorgebracht hat. Weiterlesen

Bonn literarisch, Teil I: Juli Zeh – die etwas andere Autorin und ihr „Spieltrieb“

Juli Zeh - Spieltrieb | Foto: JR

Juli Zeh - Spieltrieb | Foto: JR

Sie ist jung, sie ist intelligent, sie ist anders – die Autorin Juli Zeh. Ihre Kritiker attestieren ihr Arroganz und Unnahbarkeit, ihre Anhänger schätzen ihre unkonventionelle und provozierende Art. Auch wenn sich die Lager spalten, eins ist sicher: Juli Zeh ist eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Autorinnen unserer Zeit und auch Der Spiegel betitelte sie schon als „Fräuleinwunder der deutschen Literatur“. Was viele nicht wissen: Juli Zeh ist gebürtige Bonnerin und lebt diesen Heimatsbezug vor allem in ihrem Roman „Spieltrieb“ aus. Weiterlesen

Wer ist eigentlich Heinrich Böll?

2 320 000 Treffer erscheinen bei Google unter dem Begriff „Heinrich Böll“. Dies sind sowohl  Seiten, die über das Leben und die Werke des Schriftstellers berichten als auch Seiten von unzähligen Stiftungen, Schulen und Organisatoren, die sich nach ihm benannt haben. Immer wieder ist zu lesen, dass Heinrich Böll in Vergessenheit geriet und nicht mehr aktuell ist, doch allein anhand dieser hohen Zahl wird deutlich wie wichtig und bedeutend Böll war und immer noch ist.

Heinrich Böll, geboren, aufgewachsen und gestorben im Rheinland, gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der Nachkriegszeit. „Schreiben wollte ich immer, versuchte es schon früh, fand aber die Worte erst später“ schrieb Böll einst über sich selbst. Nach einer behüteten Kindheit im Süden Kölns muss Böll wegen des Einzugs der deutschen Wehrmacht das Rheinland als junger Mann verlassen. Doch nicht lange und Böll gelingt es aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen zu werden. Er kehrt zurück nach Köln und startet ein Studium der Germanistik. Mit dem Beginn des Studiums beginnt auch das Schreiben. Bölls ersten Werke wie „Der Angriff“ oder „Der Zug war pünktlich“ sind durchzogen von Kriegs- und Gesellschaftsthemen. Den ersten literarischen Durchbruch schafft Böll im Jahr 1963, im Alter von 63 Jahren mit dem Roman „Ansichten eines Clowns“. Der Roman spielt in Bonn und thematisiert das Leben des Berufs-Clowns Hans Schnier. Böll übt in dem Roman deutliche Kritik an der katholischen Kirche und deren Verhalten vor dem Hitlerregime aus. Weiterhin sind die politischen und gesellschaftlichen Missstände in der Nachkriegszeit widergespiegelt. Im Jahr 1972  erschien ein weiterer umstrittener und heftig diskutierter Roman. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ . In diesem Roman verarbeitet Böll die menschenverachtenden Berichterstattungen der Boulevardpressen. Böll bezieht klar Stellung zur Berichterstattung der Bild-Zeitung, nennt den Namen der Bild-Zeitung jedoch nie präzise. Der Roman handelt von der jungen Katharina Blum, die durch die Verhetzung der Boulevardpresse von der Gesellschaft verstoßen und zur Mörderin wird. Bölls literarischen Leistungen wurden im gleichen Jahr, wie die Veröffentlich der „Verlorenen Ehre der Katharina Blum“ durch den Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Heinrich Böll, der antifaschistische, antimilitaristische Schriftsteller und katholische Kirchenkritiker war, ist und bleibt einer der wichtigsten Persönlichkeiten unserer Region.  Seit seinem Tod im Jahr 1985 wird in Köln der „Heinrich-Böll-Preis“ für „herausragende Leistung auf dem Gebiet der deutschen Literatur“ verliehen. Die Liebe und Gebundenheit zu seiner Heimatstadt vermerkte Böll mit bekennenden Worten: „Köln ist nicht perfekt, aber vollkommen, es ist vollkommen Köln“

Die Chance auf gute Geschichten

„Das Leben war zu meinem Lieblingsbuch geworden, der Film, den ich unbedingt sehen wollte, die schönste Geschichte überhaupt“ (Fabio Volo).
Sätze wie dieser machen deutlich, was das Leben interessant macht: Geschichten.
Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte und besitzt seine eigene Art, sie zu erzählen. Geschichten, gibt es in Büchern, in Filmen, in Zeitungen und dieser Tage vor allem im Internet, denn jede Nachricht, jede Meldung, jeder Post ist in einen größeren Kontext, in Geschichten eingebettet. Häufig sind es erschreckende Geschichten: Krieg, Erdbeben, Atomkatastrophen. Oft sind es freudige: Freundschaften, Erfolge, Siege.
Das, was sie unabhängig von ihrem Inhalt gemeinsam haben ist die Wichtigkeit. Weiterlesen

Buchtipp: „Deutsch für junge Profis “ von Wolf Schneider

Foto: BirgitH / pixelio

Foto: BirgitH / pixelio

„Wir trafen Jesus in der Mittagspause kurz vor der Kreuzigung.“ Der aufmerksame Leser fragt sich jetzt sicherlich, welchem grandiosen Journalisten das unmögliche Kunststück gelungen ist Jesus im Jahr 2011 zu einem Interview zu treffen und was dieser erste Satz eigentlich mit dem angekündigten Buchtipp zu tun hat. Weiterlesen

Pauke – Kultur Bistro als Suchthilfe

Die Pauk-Life Bistro in der Endenicher Straße (Foto: Pauke)

Die Pauk-Life Bistro in der Endenicher Straße (Foto: Pauke)

Die Pauke in Bonn. Nein, sie ist kein Schlaginstrument,  sondern ein Instrument im übertragenen Sinne. Hinter dem Kultur-Bistro in Bonn verbirgt sich mehr als ein Gastronomiebetrieb. Die Gäste speisen zu günstigen Preisen, folgen dem Bühnenprogramm und prosten sich zu. Doch das nicht mit Bier, Wein oder gar Schnaps. Alkoholfreie Getränke und besonders die hübsch dekorierten Fruchtcocktails sind angesagt.

Weiterlesen

Ein Bücherschrank für alle

Öffentlicher Bücherschrank Bonn

(Foto: Sarah Keßler)

„Willkommen in meinem Wohnzimmer! Das da drüben ist mein Bücherschrank.“ Jimmy sitzt auf einer Bank mitten auf der Poppelsdorfer Allee und begrüsst mich mit einem zahnlosen Lächeln. Es ist kalt und zu meinen Füßen liegt buntes Laub. Dass ich mich nicht in einem Wohnzimmer befinde, ist mir natürlich klar, aber mit dem Bücherschrank hat der obdachlose Bonner trotzdem Recht. Denn mitten auf der Poppelsdorfer Allee befindet sich seit November 2003 ein sogenannter öffentlicher Bücherschrank. Weiterlesen