Das Siebengebirge – Wandern vor der Haustür

Die Bonner Rheinseite gibt Blick auf eines der schönsten Bonner Naherholungsziele: das Siebengebirge. Das bewaldete Gelände kann in Gruppen oder alleine, mit und ohne Reiseführer erschlossen werden. Das Gebiet, das sich von Bonn über Königswinter nach Bad Honnef erstreckt, lockt neben seinen märchenhaften Landschaften mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Entgegen der Vermutung, die der Name Siebengebirge beim ersten Hören weckt, besteht das Gebirge aus mehr als 40 Bergen und Kuppen vulkanischen Ursprungs. Namensgebend war die Sieben als Mengenbegriff (Ein Buch mit Sieben Siegeln/ Siebenmeilenstiefel) und nicht das Zahlwort. Dennoch lassen sich sieben der Berge als die „klassischen Sieben“ zusammenfassen: Der Öl-, Lohr, Nonnenstrom- und Petersberg, die Löwen- und die Wolkenburg und der wohl bekannteste Berg des Siebengebirges der Drachenfels.

Die Berühmtheit

Der Drachenfels ist mit der Ruine der Burg Drachenfels das markante Wahrzeichen des Siebengebirges. Man kann den 321 m hohen Berg zu Fuß, per Drachenfelsbahn oder Esel besteigen. Von der Burg auf dem Gipfel des Drachenfelsens ist lediglich ein Teil des Bergfriedes erhalten. Nach seiner Fertigstellung 1167, durch seinen Erbauer dem Kölner Erzbischof Arnold, wurde die Burg 1634, knapp 500 Jahre später,  geschleift und nicht wieder aufgebaut.

Der Drachenfels diente viele Jahrhunderte als Abbau von Trachyt; das Gestein ist in vielen berühmten Bauten, wie zum Beispiel dem Kölner Dom, verarbeitet. Die Silhouette des Berges konnte durch den Kauf des Steinbruches Drachenfels im Jahr 1836 durch die Regierung Preußen gerettet werden.

Ein weiteres Highlight des Drachenfelsens ist die Niebelungenhalle, die durch die Drachenhöhle in der sich eine rund 15 m lange Skulptur eines liegenden Drachen bestaunen lässt, mit dem Reptilienzoo verbunden ist. Hier können neben Spinnen, Waranen, Leguanen und Schlangen auch Alligatoren bestaunt werden.

Eine atemberaubende Aussicht wird dem Wanderer von dem Schloss Drachenburg aus, ca. auf halber Höhe des Berges, geboten. Auch die Innenräume und die Kunsthalle des Schlosses können besichtigt werden.

Der Berg für hohen Besuch

Auf der Spitze des 336 m hohen Petersberges befindet sich das von der Bundesregierung 1955 angemietete Bundesgästehaus. Das wie ein 5-Sterne-Hotel ausgestattete mit mehreren Tagungsräumen versehene Hotel bot schon Staatsgästen wie Queen Elisabeth II. und Bill Clinton Obdach und diente als Räumlichkeit für die Unterzeichnung des Petersberger Abkommens durch Konrad Adenauer. Die Anlage ist von einem Sicherheitszaun umgeben und wird Kamera überwacht. Das Gästehaus kann für einen Obolus von 5 € pro Person bzw. 3 € pro Kind einmal im Monat besichtigt werden.

Der früher unter dem Namen Stromberg bekannte Berg erhielt seinen Namen durch das auf ihm 1189 errichtete Kloster, das dem heiligen Petrus gewidmet wurde. Das Kloster wurde im 18. Jahrhundert zerstört. Die imposanten Grundmauern wurden 1980 freigelegt und können von Wanderfreudigen bestaunt werden.

Der Größte

Mit 460 Metern ist der Ölberg der größte Berg im Siebengebirge. Das und seine Nähe zu Bonn ist auch der Grund warum er bis 2004 als Standort mehrerer multimedialer Sendeanlagen des ZDF, WDR und VOX diente. Die Umstellung auf das digitale Fernsehen, das nunmehr ausschließlich über den Sender Bonn-Venusberg gewährleistet wird, machte die Sendeanlagen überflüssig. Über die Sendeanlagen des Großen Ölberges wird weiterhin der Radiosender Radio Bonn Rhein-Sieg ausgestrahlt.

Auf dem Gipfel des Berges befindet sich eine Gaststätte die zu allen Jahreszeiten zum Verweilen und Bestaunen des Siebengebirges und der umliegenden Städte einlädt. Das dazugehörige Gasthaus wurde 1873 durch den Verschönerungsverein Siebengebirge (VVS) aufgekauft. Das benötigte Kleingeld wurde durch eine genehmigte Lotterie des Vereins eingenommen werden.

Der VVS bietet auf seiner Internetseite neben geschichtlichen und geographischen Hintergründen rund um das Siebengebirge  viele Interessante Führungen durch die Gebirgslandschaft. Also zieht die Wanderschuhe an und los geht’s!

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